Gemeinde mit Biogasanlage und Nahwärmenetz:

Bioenergieort Effelter

Effelter liegt im Naturpark Frankenwald auf einem Bergsattel auf einer Höhe von 600 m ü. NN, etwa 17 km nördlich der Kreisstadt Kronach. Zu beiden Seiten des Bergsattels erstrecken sich die Täler der Grümpel im Osten und des Dober und der Kremnitz im Westen. Das Dorf liegt als typisches Quellangerdorf in Sattellage mit Waldhufenflur auf dem Höhenrücken. Die Anwesen sind rund um die Dorfmitte angeordnet. Von ihnen ausgehend verlaufen Flurstreifen (sogenannte Hufen) parallel bis zur Gemarkungsgrenze.Effelter zählt heute etwa 280 Einwohner und 68 Häuser.

Es wird davon ausgegangen, dass die Ortsgründung im Zeitraum zwischen 1187 und 1210 erfolgte. Die Forstwirtschaft bildete lange neben der Landwirtschaft das wirtschaftliche Rückgrat des Ortes. Im Zusammenhang mit der Forstwirtschaft wurde von den Dorfbewohnern lange auch die Flößerei betrieben. Die im Winter geschlagenen Langhölzer wurden mit dem Schmelzwasser in Richtung Main geflößt.

Ein Ausgangspunkt für die ersten Überlegungen, Effelter zum Bioenergiedorf umzugestalten, war die von Familie Appel seit 2001 betriebene Biogasanlage - bisher die einzige im gesamten Landkreis Kronach. In zahlreichen Dorfversammlungen wurde das Grobkonzept für die zukünftige Energieversorgung durch die Projektinitiatoren vorgestellt und diskutiert.

Um eine möglichst frühzeitige Planungsbeteiligung der Bewohner vor Ort zu erreichen, wurden Planungsgruppen im Dorf gebildet, die sich mit unterschiedlichen Themen wie der Verlegung des Nahwärmenetzes, der zukünftigen Organisation der Betreibergesellschaft (Rechtsform, Einlagen etc.), dem Standort des Heizwerks, der Holzbeschaffung und -lagerung u.v.m. befassen. Auch Fragen wie die Vorbereitung von Feierlichkeiten (z.B. für die Einweihung der Energieanlage im Dorf) wurden gemeinschaftlich besprochen und geklärt.