Neues LEADER-Projekt

„Mobil machen für die Energiewende“ – so lautet der Titel eines LEADER-Kooperationsprojekts, mit dem die Energievision Frankenwald e.V. in den Jahren 2016, 2017, 2018 und 2019 zusammen mit den beteiligten Landkreisen Bayreuth, Hof und Wunsiedel die Elektromobilität in der Projektregion voranbringen will.

Wie kommt die Energiewende auch auf Deutschlands Straßen an? Lohnen sich Elektroautos nur als Zweitwagen für Kurzstrecken im Stadtverkehr? Wie kann in unserer Region die Elektromobilität vorangetrieben werden?

Diesen Fragestellungen widmet sich das aus LEADER-Mitteln geförderte Projekt „Mobil machen für die Energiewende“ des gemeinnützigen Vereins Energievision Frankenwald. Ziel des Projektes ist es, das das Thema Elektromobilität auch in den Landkreisen Bayreuth, Hof und Wunsiedel bei den Bürgern ankommt.

Bereits heute entstammt jede dritte verbrauchte Kilowattstunde Strom in Deutschland aus erneuerbaren Energiequellen. Im Zuge der fortschreitenden Energiewende und dem weiteren Zubau der Produktion von regenerativem Strom, spielt die Speicherung von Energie aus Sonne oder Wind eine immer wichtigere Rolle im deutschen Energiesystem. Allein der Einsatz von rund 400.000 elektrisch betriebenen Fahrzeugen als „mobile Energiespeicher“ könnte eine Regelleistung von 8 GW zur Deckung von Strombedarfsspitzen in Deutschland zur Verfügung gestellt werden.

Die Verbreitung von Elektroautos in Deutschland ist jedoch aktuell noch sehr gering: lediglich 25.500 der insgesamt 45,1 Mio. PKWs bewegen sich auf Deutschlands Straßen rein elektrisch. Dies entspricht gerade mal 0,6 % aller gemeldeten Autos. Nicht einmal 200 PKWs sind in den drei Landkreisen Bayreuth, Hof und Wunsiedel rein elektrisch unterwegs.

Im Rahmen des Projektes „Mobil machen für die Energiewende“ wird die Energievision bis Oktober 2019 über öffentliche Veranstaltungen, Ausstellungen und Fachmessen allgemein über Einsatzmöglichkeiten der Elektromobilität informieren und konkrete Projekte in der Projektregion der drei beteiligten Landkreise initiieren. Dabei beraten die Projektmitarbeiter Kommunen, geeignete Einrichtungen mit Besitz von PKW-Flotten oder Privatpersonen bei einer Anschaffung eines elektrisch betriebenen Fahrzeugs und/oder einer entsprechenden Elektroladesäule. Die Wirtschaftlichkeit einer Neuanschaffung im Vergleich zu einem Diesel- oder Benzinauto steht hierbei an oberster Stelle. Bei einem geeigneten Fahrtenprofil der Nutzer sind Elektroautos im laufenden Betrieb über günstigere Betriebskosten für den Strom, die geringere Wartung und Steuervergünstigungen im Vorteil gegenüber ihren Vergleichsmodellen mit Verbrennungsmotor. Somit können sich Elektroautos trotz der höheren Anschaffungskosten, die insbesondere auf die verbaute Batterie zurückzuführen sind, bereits heute in Einzelfällen rechnen. Neue Batterien mit höherer Speicherkapazität werden bei den künftigen Elektromodellen auch für entsprechende Reichweiten ab 300 km sorgen und somit das Reichweitenproblem nahezu lösen. Jedoch stellt nicht nur die unzureichende Versorgung mit Ladesäulen noch eine große Herausforderung dar. Auch ein entsprechend ausgebautes Netz an Service- und Wartungsmöglichkeiten von Elektroautos sind Themen, die beim Projekt „Mobil machen für die Energiewende“ eine wichtige Rolle einnehmen werden.

Bisherige Erfahrungen von Privatpersonen, die bereits heute elektrisch auf vier Rädern in unserer Region unterwegs sind, können maßgebend für die Entscheidung Anderer sein, sich selbst ein Elektroauto anzuschaffen. Deswegen werden im Rahmen einer ersten Interviewserie Nutzer unterschiedlicher Typen von Elektroautos ihre Erlebnisse mit dieser modernen Art der Fortbewegung in unserer Region schildern.

12.01.2017

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